Weniger Deutsche

Selbst wenn jede Minute Dutzende Migranten – auch ohne Hintergrund – kämen: Den drastischen Bevölkerungsrückgang in Deutschland könnten sie nicht mehr stoppen.

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Nun wollen wir hier nicht mit den hinlänglich bekannten Zahlen langweilen (auf jede 17-Jährige jede Menge 80-Jährige und so), sondern ganz positiv fragen: Wo bitte liegt das Problem, wenn sich eines der beliebtesten Völker der Erde (auch im Ausland) langsam zurückzieht? Sind wir etwa besser als die Fische im Ozean, für die es in exakt vierzig Jahren (ab vorgestern) heißt: Und tschüss!? Egal ob sportlich, musikalisch oder historisch: Die Deutschen haben in vergangenen Epochen ihr Soll übererfüllt. Jetzt sollen mal die anderen ran. Wofür werden Deutsche in Zukunft (Pole abgeschmolzen, Böden rissig, Inseln weg) überhaupt noch gebraucht? Beleuchten wir einmal die drei Kerngebiete Sex, Sport und Entertainment.

Niemand kann ernsthaft behaupten, die Deutschen würden sexuell vermisst. In einer immer älter werdenden Single-Gesellschaft wird der Frauenüberschuss auch künftig dorthin reisen, wo er schon jetzt multipel verwöhnt wird: Afrika und Karibik. Die paar alten Männer, die es dann noch gibt, können ja in Deutschland „Scheibenwischer“ gucken.

Til Schweiger und Michael Ballack, die einzigen Deutschen, die es in Erotikumfragen regelmäßig auf die vorderen Plätze schaffen, sind dann hoch in den Neunzigern und genießen ruhigere Augenblicke.

Noch entspannter ist die Lage im Sport. In der Bundesliga stören Deutsche schon seit längerem den modernen One-touch-Fußball ausländischer Virtuosen. Und wer im Seniorenstift 2050 von der Nationalelf träumen will, kann ja die DVD von Sönke Wortmann einlegen. Das würdelose Spektakel, dass ein deutsches Nachwuchstalent den 80-jährigen Roger Federer an den Rand einer Niederlage bringt, bleibt uns hoffentlich erspart. Noch besser sieht es im Entertainment aus. Stones, Madonna, Timberlake – besonders deutsch wirkten die nie. Und verrückt nach amerikanischen Serien sind die wenigen verbliebenen Deutschen nach wie vor. Einzige Ausnahme: „Tatort“ und „Lindenstraße“. Hier zahlt es sich aus, dass die Darsteller schon immer alterslos wirkten. Einziges Zugeständnis an den demographischen Wandel: Ab 2030 gibt es im „Tatort“ keinerlei kriminalistische Handlungen mehr. Einziges Thema sind dann die Streitereien zwischen Kommissar und Assistent im Pflegeheim.

Fazit: Die Deutschen können zu ihrem Verschwinden nur beglückwünscht werden. Wenn nicht mal wieder alles kaputtgeredet wird.

**Harald Schmidt**